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Abbesche Zahl
Die Abbesche Zahl beschreibt die Farbzerstreuung von Licht, an einem transparenten, optischen Medium. Je kleiner die Zahl, desto größer ist die Farbzerstreuung. Diese Farbzerstreuung macht sich als störende Farbsäume beim Blick durch die Randbereiche eines Brillenglases bemerkbar. Die Abbe-Zahl ist eine wichtige Größe für die Korrektion von Farbfehlern.Grundsätzlich kann man die Aussage treffen: Je höher der Brechungsindex, desto niedriger die Abbesche Zahl und desto größer die Farbzerstreuung (Dispersion).
Abbildungsfehler
In der Augenoptik werden alle Abweichungen von der idealen Abbildung (punktuell, farbrichtig und maßstabsgetreu) als Abbildungsfehler bezeichnet.
Die häufigsten Abbildungsfehler:
  • Sphärische Aberration
  • Koma
  • Astigmatismus schiefer Bündel
  • Bildfeldwölbung
  • Verzeichnung
  • chromatische Aberration (Licht unterschiedlicher Wellenlängen wird unterschiedlich stark an einer Grenzfläche gebrochen)
Absorption
Filterwirkung durch Herabsetzung der Intensität einer Strahlung auf ihrem Weg durch einen Stoff aufgrund von Energieabgabe an diesen. Die Absorption gibt an, wie viel Prozent des Lichts, z.B. der UV-Strahlung beim Durchgang, durch ein Medium (Brillenglas, Linse) gefiltert wird.
Acetat
Meistverwendeter Kunststoff für Brillenfassungen, da das Material sehr gut hautverträglich ist. Bei der Herstellung wird die Fassung in arbeitsaufwendigen Verfahren aus vorgefertigten Platten gefräst.
Achromat
Ein Achromat ist ein Linsensystem, bestehend aus einer Sammel- und einer Zerstreuungslinse mit unterschiedlichen Abbe-Zahlen. Meistens ist eine Linse aus Kronglas und die andere aus Flintglas. Dieses Linsensystem wird in Vergrößerungsgläsern, wie beispielsweise in Fernrohrsystemen, eingesetzt. Aufgrund der unterschiedlichen Abbe-Zahlen der beiden Linsen korrigiert ein Achromat die Farbfehler, wie beispielsweise chromatische Aberration. Somit beseitigt er weitgehend störende Farbsäume für unterschiedliche Wellenlängen.
Achromatopsie
Eine angeborene Farbsinnstörung, bei der infolge der fehlenden Zapfen in der Netzhaut keine Farbwahrnehmung möglich ist.
Achromatopsie - ausführlich
Achromatopsie ist eine Farbsinnstörung, bei der keine Farben wahrgenommen werden können, und darf nicht mit der Farbfehlsichtigkeit verwechselt werden (Rot-Grün-„Blindheit“ bzw. Blau-Gelb-Störung).

Da Achromatopsie-Patienten nur über Stäbchen (für Hell-Dunkel-Sehen) verfügen und keine funktionstüchtigen Zapfen (für das Farbsehen) mehr haben, sind lediglich Hell- & Dunkel-Kontraste erkennbar. Das Fehlen der Zapfen bedingt eine sehr hohe Blendempfindlichkeit und Visusminderung.

Kardinalzeichen für eine vorliegende Achromatopsie sind ein starker Nystagmus (Augenzittern), da im „Gelben Fleck“ (Ort des schärfsten Sehens) nur Stäbchen aktiv sind und dieser Defekt durch schnelle Augenbewegungen ausgeglichen werden soll. Ebenso liegt ein schwacher Visus vor (meist von nur 0,1), da die zentral angesiedelten Stäbchen in geringerer Dichte vorhanden sind als die für das Tagessehen verantwortlichen Zapfen.

Da Stäbchenrezeptoren für geringere Lichtmengen (Dämmerungssehen/Nachtsehen) ausgelegt sind als Zapfen, entsteht zusätzlich eine starke Blendempfindlichkeit (Photopsie).

Zur Reduzierung der Blendung sind Kantenfilter sowie Seitenschutzfassungen gegen seitlich einfallendes Licht eine ideale Lösung. Ebenso können aufgrund der geringen Sehschärfe optisch- und elektronisch vergrößernde Sehhilfen eingesetzt werden.

Diverse Hilfsmittel halten unsere spezialisierten Augenoptiker in ihren Augenoptikfachgeschäften für Sie zum Testen bereit.
Achromatopsie - ausführlich
Achsenmyopie
Die Achsenmyopie ist die häufigste Art der Myopie (Kurzsichtigkeit). Die Ursache für eine Achsenmyopie ist ein zu langer Augapfel, somit kann kein scharfes Bild auf der Netzhaut entstehen. Die zweite Art der Myopie ist eine Brechungsmyopie, die durch eine zu hohe Brechkraft von Hornhaut oder Linse gekennzeichnet ist.
Adaptationsfähigkeit
Anpassungsfähigkeit des Auges an einen Beleuchtungswechsel.
Afokal
Brennpunktlos
Afokales System
Ein afokales System wirkt weder sammelnd noch streuend. Achsparallel eintreffende Strahlen verlassen das System auch wieder achsparallel. Man bezeichnet diesen Zustand auch als brennpunktlos, da ein afokales System keine Brennweite besitzt bzw. diese unendlich ist. Die Afokalität kommt zustande, weil der bildseitige Brennpunkt der ersten Linse mit dem objektseitigen Brennpunkt der zweiten Linse zusammen fällt. Diese Systeme vergrößern bzw. verkleinern den Sehwinkel bei Objektdistanzen aus dem ∞.Beispiel für ein afokales System ist ein Fernglas galileischer bzw. keplerscher Bauweise.
Agglutination von Proteinen
Verklumpung von Proteinen
Akkommodation
Anpassung der Brechkraft des Auges ("scharf stellen"), z. B. von einem fernen (TV) zu einem nahen Objekt (Zeitung).
Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)
Degenerativer Prozess, bei dem es zum allmählichen Verlust von Sehzellen im schärfsten Punkt des Sehens (Makula) kommt. Man kann hier zwischen der feuchten und der trockenen Variante unterscheiden.
Amaurosis fugax
Die Amaurosis fugax beschreibt eine schmerzlose, vorübergehende akute Blindheit, hervorgerufen durch beispielsweise kleine Gefäßverstopfungen in der Netzhaut.
Amaurosis fugax - ausführlich
Unter einer „Amaurosis fugax“ versteht man eine schmerzlose, vorübergehende akute Blindheit, die durch kleine Gefäßverstopfungen in der Netzhaut zustande kommt und von wenigen Sekunden bis zu zwei Stunden anhalten kann. Sie gilt häufig als erstes Anzeichen einer Durchblutungsstörung im Gehirn (zerebral), eines Schlaganfalls (Apoplexie) und kann zudem in Verbindung mit einer Karotistenose auftreten.

Als Karotistenose bezeichnet man eine Verengung der zwei großen hirnversorgenden Gefäße:
  • „Arteria carotis communis“ (Halsschlagader) oder der
  • „Arteria carotis interna“ (innere Halsschlagader)

Kantenfilter wirken einer Amaurosis fugax zwar nicht entgegen, jedoch bewirken sie eine Kontraststeigerung und idealen UV-Schutz.

Diverse Hilfsmittel halten unsere spezialisierten Augenoptiker in ihren Augenoptikfachgeschäften für Sie zum Testen bereit.
Amaurosis fugax - ausführlich
Amotio retinae
Als Netzhautablösung (Amotio retinae) bezeichnet man das Abheben bzw. Einreißen der lichtempfindlichen Photorezeptorenschicht von der darunter liegenden Choroidea (Aderhaut).
Amslergitter-Test
Siebtest zur frühzeitigen Erkennung von pathologischen Veränderungen am Auge, wie z. B. die altersbedingte Makuladegeneration.
Aniridie
Unter Aniridie versteht man eine sehr seltene, angeborene Unterentwicklung der Iris (Regenbogenhaut) des Auges. Ein markantes Erkennungszeichen ist, dass die Iris äußerlich kaum zu sehen ist und meist nur durch das Messverfahren mit einem Dreikantspiegelkontaktglas (Gonioskopie) zu ermitteln ist. Da durch das Fehlen der Iris, die als Blende die Lichtregulation im Auge übernimmt, eine starke Sehbeeinträchtigung einhergeht, leiden die Betroffenen oftmals an extremer Lichtscheuheit und Nystagmus. Aniridie Patienten zeigen ein erhöhtes Risiko, an der Entstehung eines Glaukoms oder Katarakts betroffen zu sein.

Betroffenen kann durch den Einsatz von getönten Gläsern und Kantenfiltern geholfen werden, die Blendwirkung herabzusetzen. Vergrößernde Sehhilfen können weiterhin dabei helfen, das übrig gebliebene Sehvermögen bestmöglich zu nutzen. In schweren Krankheitsverläufen kann eine künstliche Iris implantiert werden, wenn mit optischen Hilfsmitteln keine Besserung erreicht werden kann.

Diverse Hilfsmittel halten unsere spezialisierten Augenoptiker in ihren Augenoptikfachgeschäften für Sie zum Testen bereit.
Aniridie
Aniridie
Eine Aniridie ist eine sehr seltene, angeborene Unterentwicklung der Regenbogenhaut des Auges (Iris).
Aniseikonie
Werden Größen und Formen von den Augen unterschiedlich wahrgenommen, spricht man von Aniseikonie. Diese Bildgrößenunterschiede können sowohl anatomisch (retinale Aniseikonie) als auch nervlich (funktionale Aniseikonie) oder optisch bedingt sein, wie z. B. durch eine Anisometropie.
Anisometropie
Nicht immer sind beide Augen von einer Fehlsichtigkeit gleich stark betroffen. Ein Auge kann z.B. etwas stärker kurzsichtig sein als das andere oder eine stärkere Hornhautverkrümmung aufweisen. Im Extremfall ist ein Auge übersichtig, das andere kurzsichtig. Ab einem Stärkenunterschied von ca. 2,5 dpt. spricht man von einer Anisometropie.
Aperturblende
Bezeichnung für eine Blende (Öffnungs- bzw. Schließblende), die zu einer Strahlenbegrenzung führt.
Aphakie
Unter Aphakie versteht man die Linsenlosigkeit eines Auges.Eine Aphakie hat ihren Ursprung entweder durch kongenitale Umstände, durch eine operative Entfernung der natürlichen Linse oder in seltenen Fällen auch durch ein Trauma. Ohne Augenlinse kann das Auge nicht auf unterschiedliche Entfernungen scharf stellen (akkommodieren), da die Augenlinse diese Aufgabe erfüllt. Des Weiteren entsteht durch das Fehlen der Linse eine Hyperopie. Abhilfe kann durch Implantieren einer Kunstlinse oder Tragen spezieller Kontaktlinsen geschaffen werden.
Apoptose
Programmierter Zelltod, siehe auch "Turnover".
Appositionelles Wachstum
"Dickenwachstum" — Das Wachstum einer Gewebestruktur durch sukzessive (schrittweise) Anlagerung neuer Gewebeschichten auf den bereits vorhandenen.
Asphärische Fläche / Asphäre
Brechende oder reflektierende Fläche, die von einer Kugelfläche (Sphäre) abweicht. Diese Flächen werden zum Rand hin flacher, die Krümmung nimmt sozusagen ab. Man erzielt dadurch dünnere und leichtere Linsen.
Asphärisches Brillenglas
Ein asphärisches Brillenglas weist in jedem Punkt des Brillenglases, egal in welchem Meridian, einen anderen Scheitelbrechwert auf. Solche Brillengläser werden zum Rand hin dünner.
Asthenopische Beschwerden
Symptome, welche bei nicht oder mangelhaft kompensierter Heterophorie (keine natürliche Parallelstellung der Augen) auftreten, sind oft verschiedener Natur. In erster Linie sind sie auf die übermäßige Anstrengung des Nerven- und Muskelapparates der Augen zurückzuführen. Dies äußert sich in Form von Kopf- oder Augenschmerzen, Brennen oder Jucken und häufig Rötung der Augen. In schweren Fällen kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen.
Astigmatisches Brillenglas
Ein astigmatisches Brillenglas hat zwei aufeinander senkrecht stehende Meridiane mit jeweils unterschiedlichem Scheitelbrechwert.
Astigmatismus (Hornhautverkrümmung)
Eine unregelmäßige Krümmung der Hornhaut, in seltenen Fällen auch der Linse, führt dazu, dass Objekte verzerrt auf der Netzhaut abgebildet werden. Die Hornhaut bzw. die Linse ist nicht gleichmäßig (kugelförmig) gewölbt, sondern weist in unterschiedlichen Hauptschnitten unterschiedliche Krümmungsradien auf. Dieser Sehfehler ist meistens mit einer Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit verbunden und kann mit torischen (zylindrischen) Gläsern oder Kontaktlinsen korrigiert werden.
Augen-Screening
Siebteste, die dazu beitragen sollen, ein Auge auf Funktionalität und physiologische Intaktheit zu prüfen.
Augenfundus
Augenhintergrund.
Augeninnendruck
Siehe "Intraokulardruck".
Augenlid
Die Augenlider (Palpebrae) bilden den äußersten Teilbereich des Auges. Sie schützen den vorderen Bereich des Augapfels vor äußeren Einwirkungen und tragen Sorge dafür, dass der Tränenfilm über das vordere Auge verteilt wird und somit das Auge feucht hält.
Augenzittern
Siehe "Nystagmus".